St.Pr.St. Grand Coeur
Grand Coeur, unsere Hannoverische Staatsprämienstute, verbindet die absoluten Spitzen der Springpferdezucht aus Hannover, Oldenburg, Holstein, Westfalen und sogar der Trakehner in ihrem gut durchdachten Pedigree. Nach ihrer hervorragenden Eintragung in Hannover und einer erstklassigen Stutenleistungsprüfung mit Höchstnoten für ihre Springtechnik und das Vermögen, hatte Grand Coeur bisher Nachkommen der Hengste Contendro (Chayenne und Candyman), Silvio (Stan the Man) und Quite Easy (Queens Coeur und Quai d'Amour). Am 6. März 2009 brachte Grand Coeur ein braunes Hengstfohlen, Citizan Kane, vom Siegerhengst Cosinhus. In 2010 folgte dann mit Quentin D ein weiterer Sohn des Quite Easy. Für 2011 trägt Grand Coeur nun von dem Oldenburger Ligh On.


 
Graf Grannus
Grannus
Graphit v. Grande
Odessa v. Ozean/Trak
Goldmädel
Goldlöwe v. Gotthard
Goldika v. Goya
La Luna
Landadel/Holst
Landgraf I v. Ladykiller xx
Novella v. Farnese
Fiffina/Westf
Frühlingsball v. Frühling
Palma v. Paradox I



Mütterliche Abstammung:

Auf der mütterlichen Seite der Grand Coeur steht mit Landadel feinstes Holsteiner Leistungsblut. Landadel wurde quasi zu einem Reformator der Oldenburger Zucht und schaffte vor allem etwas, was nicht gerade auf den modernern Holsteiner zutrifft: er verankerte Springpotenzial mit hervorragenden Bewegungsmomenten in der Zucht. Und das hocherfolgreich. So sind heute Landadel Töchter heiß begehrt, und treten immer wieder mit herausragender Nachzucht in Erscheinung. Stellvertretend sei hier auf den Oldenburger Siegerhengst Stedinger (v. Sandro Hit-Landadel) verwiesen. Landadel, der 1982 geboren wurde, war Sieger der HLP in Medingen und stammte ab vom legendären Landgraf I aus einer Mutter von Farnese. Er war dominant in der Vererbung seines eigenen Typs und Habitus, bis hin zur Farbe, und verankerte Noblesse und Sportlichkeit gleichermassen, was wohl vor allem in der engen Inzucht auf Ladykiller xx begründet sein mag. Er ging nach einer quälenden Episode von Hodenbruch und Ausschuhen erst 14 jährig 1996 ein und hinterließ eine Reihe erfolgreicher Sportpferde (so z.B. die Europachampionesse Lady Weingart), Mutterstuten, Auktionspitzen und gekörter Söhne, für die hier stellvertretend Landjonker, Landcapitol, Le Champion und Landor S genannt sein sollen.

Mutter La Luna ist im Springpferde Programm des Hannoveraner Zuchtverbandes und befindet sich als Mutterstute in Lars Niebergs Gestüt Wäldershausen. La Luna brachte schon den bei Familie Jacobs in Bierbergen gezogenen ehemaligen Celler Landbeschälers Pino Colado v. Picard, der im Springsport bis Klasse S erfolgreich ist, aber züchterisch nur wenig zum Einsatz kam. Sie ist außerdem Mutter der Sportpferde Let's Fetz v. Laptop, erfolgreich bis Springen Klasse M** und Dover Bridge v. Drosslklang II , erfolgreich in Springpferdeprüfungen.

Mutter La Luna

Der fallende Mutterstamm der Grand Coeur führt die Säulen Westfälischer Springsportlegenden: mit Frühlingsball und dem Fuchs Paradox I kommt nicht nur erwiesenes Leistungsblut ins Papier, sondern auch interessanter Vollblutanschluß über Papayer xx, Arabische Ahnen über Ramzes AA und weiter Trakehner Einflüsse über Oxyd und Fahnenträger. Frühlingsball, dessen Ursprungslinie des Frühling heute in männlicher Linie in Westfalen leider vom Aussterben bedroht ist, hat für die Zucht in dem Bundesland wahrlich großes vollbracht. Auf seine Rechnung gehen neben solch hervorragenden Hengstsöhnen wie Festivo, Federball oder Fairplay vor allem Spitzensportler wie der Bundeschampion Fibonacci oder auch Feuergeist (J. Kenn) und Fleur (F. Sloothaak). Urgroßmutter Fiffina von Frühlingsball wurde in Westfalen als Leistungsstute Springen durch ihre Eigenerfolge geführt. Ihre Tochter Con Fina v. Con Capitol, steht im Besitz des Gestüts Sprehe und ist in Aufbauprüfungen erfolgreich.

Vielseitige Veranlagungen waren wohl die Eckpfeiler seiner Vererbung. Ideal abgerundet wird der fallende Mutterstamm vom bunten Fuchs Paradox I, den ein ähnliches Schicksal zu ereilen scheint wie Frühling samt Söhnen: durch Mangel an guten Blutstuten in Westfalen ist diesen Hengsten im Prinzip der Nährboden für ihre Vererbungskraft genommen, was dann darin resultiert, daß die Linien vor allem im Mannesstamm sehr dünn werden.


Väterliche Abstammung:

Vater Graf Grannus war Hannoveraner Hengst des Jahres 2001. Er kam 1988 im Stall des Züchters Heiko Oltmanns in Neuengland zur Welt, und wurde als 2,5jähiger an Alfons Frehe-Siermann verkauft. Der schickte ihn dann in Absprache mit Landstallmeister Dr. Bade nach Adelheitsdorf zur HLP, wo der Hengst zum ersten mal für Aufsehen sorgte: mit einem Gesamtindex von 130.51 Punkten (3.) sicherte er sich zudem den 2. Platz im Springlot mit einem Index von 138.04 Punkten. Er stand dann in Hannover erstmal den Züchtern über die Station Schillerslage zur Verfügung.

Für die Hannoveraner Zucht lieferte er eine Reihe erstklassiger Mutterstuten, und hat aktuell einen Springindex von 155 Punkten (über seine Töchter), bei einem FN Zuchtwert Springen von 136 Punkten. Unter seinen vielen gekörten Söhnen stehen wohl Graf Top, Goodman und Ginsberg ganz oben, wobei er 1995 auch den Siegerhengst, Golden Champ, stellen konnte. Graf Grannus ist Teil des Hannoveraner Springpferdeprogramms und wird nicht nur in der Fachwelt als Spitzenvererber für Springpferde betrachtet. Seine Nachkommen verfügen im allgemeinen über sehr viel Typ und Gebäudeharmonie, was den Rappen eben auch für moderne Ansprüche sehr interessant macht. Ganz oben im Sport laufen zudem die Graf Grannus Nachkommen Gem of India (M. Whitaker), Kasting Horses Gavi (H. Weinberg) oder auch Gardenio (T. Minikus).

Und was soll man noch viel über seinen Vater Grannus berichten? Jahrhunderthengst ist wohl ein angebrachter Vergleich für den typvollen Rappen der Station Klatte, der nach einem holprigen Start in seine Zuchtlaufbahn alle Rekorde gebrochen hat, die man als Spitzenhengst so aufstellen kann. Grannus, im Erscheinungsbild geprägt von seinen mütterlichen Trakehner Ahnen über Ozean, war eins von 15 Fohlen der Stute Odessa, die über ihre Mutter das Blut des hochgeschätzten Gotthard führte. Grannus ging zunächst nach seiner Körung nach Westfalen, wo er unter dem Namen "Granit" als Hengst tätig wurde. Sein Aufenthalt in Westfalen war allerdings nur von kurzer Dauer, und er wechselte zu Klatte Senior auf Station, der schon seit der Körung des Hengstes den Rappen nicht mehr aus dem Sinn bekam. Der Rest der Geschichte ist bekannt und wird hier nur kurz umrissen: HLP mit nicht mal 90 Punkten als 58. von 66 Hengsten in Adelheitsdorf, 30 Stuten im ersten Deckjahr, als "Ponymacher" verschrien, dann Sporteinsatz bis Klasse S unter Guido Klatte, danach dann doch gefragt in Oldenburg mit durchschlagendem Erfolg, denn 1990 wurde er Gewinnsummenmillionär. Heute stehen über 2,5 Mio Euro im Buch des Grannus, dazu über 60 gekörte Söhne weltweit, 7 Nachkommen bei Olympischen Spielen im Springsport, und unzählige internationale Spitzensportler, die den Namen Grannus weltweit zu einem Begriff erster Güte werden ließen. Wer den lackschwarzen Strahlemann einmal live erleben durfte, wird sich auch an die Aura dieses außergewöhnlichen Hengstes erinnnern. Er ging, wie er kam: mit einem Paukenschlag. Anläßlich einer Hengstschau auf der Station Klatte 1993 brach er vor dem versammelten Publikum zusammen und verstarb. Aus dem Stutenstamm der Ore aus Westfalen kommen außerdem kommen außerdem die Hengste Artist (Ldb. Schwaiganger), Donjour (Ldb. Neustadt / Dosse), Escobar (PB Westfalen), Piscator (Ldb. Moritzburg), Richelieu (PB Westfalen) und Rodenstock J (PB Bayern).

Da Graf Grannus' Mutter Goldmädel ebenfalls Gotthard Blut führt, verfügt dieses Pedigree über einen interessanten Inzuchtwert auf diesen Hannoveraner Stempelhengst (der übrigens ähnlich wie Grannus zunächst die Züchterschaft enttäuschte). Nicht auszudenken, wenn in der heutigen Zeit des modernen Hypes solche Hengste dann untergehen, weil sie nich 3jährig schon piaffieren konnten...

Foto von La Luna mit freundlicher Genehmigung von Gestüt Wäldershausen

 
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